Vertreterversammlung

Rückblick auf zufriedenstellendes Jahr 2015

Vorstand und Aufsichtsrat entlastet

Die Vertreterversammlung der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG entlastete einstimmig den Vorstand sowie den Aufsichtsrat und bekundete damit ihr Einverständnis mit der erfolgreichen Geschäftspolitik im Jahr 2015.

In seiner Begrüßung an die gewählten VR-Vertreter betonte Konrad Beugel, Erlangens Referent für Wirtschaft und Finanzen, die enge Geschäftsbeziehung der Stadt zur VR-Bank. Deren Finanzkompetenz zollte Beugel als städtischer Kreditnehmer höchstes Lob. Doch auch die Sponsoringmaßnahmen - wie "Erlangen on Ice" - zeige die Verbundenheit zur Stadt und zur Region.

Hohe staatliche Regulation und anhaltendes Nullzinsniveau – diese beiden Themen nahm VR-Vorstandsmitglied Johannes Hofmann zum Anlass, gleich zu Beginn seines Jahresberichtes die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank einzuschätzen: Einschneidende Kurskorrekturen seien notwendig, um Deutschlands gut funktionierendes Dreisäulenmodell (Privatbanken, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Kreditinstitute) nicht zu beschädigen und den Sparern nicht länger Vermögenseinbußen von 1.500 Euro brutto pro Haushalt zuzumuten.

Stabiler Pfeiler und wandelndes Kundenverhalten

Trotz aller Restriktionen sieht Johannes Hofmann das genossenschaftliche Bankenmodell als stabilen Pfeiler in der komplexen und intransparenten Finanzwelt: Denn 65 % der Deutschen legten trotz Digitalisierungs-Hype großen Wert darauf, in Finanzangelegenheiten von ihrer Bank persönlich betreut und vertrauensvoll beraten zu werden. Doch auch die VR-Bank müsse sich auf ein sich wandelndes Kundenverhalten einstellen: „Immer, alles, überall!“ Diese Devise entspräche, so Hofmann weiter, genau dem Zeitgeist und spiegle sich in den Kundenwünschen an eine moderne Bank: Beratungskompetenz zu komplexen Finanzthemen, gut positionierte Filialen mit Serviceleistung, 24-Stunden-Präsenz im Netz, schnelle Interaktion am Telefon.

Neues Filialkonzept

Auf diesen Anspruch reagiere die VR-Bank mit einem neu durchdachten Filialkonzept aus
4 Beratungszentren, 3 Beratungsfilialen Plus (verlängerte Öffnungszeiten), 10 Beratungs-
filialen, 3 Servicefilialen und 14 SB-Filialen, einer virtuellen Online-Filiale sowie dem KundenServiceCenter.

Während sich die virtuelle Online-Filiale zu einem immer komfortableren und häufiger frequentierten Instrumentarium entwickelte, um Bankgeschäfte rund um die Uhr online und mobil zu tätigen, habe diese Tendenz gleichzeitig zu weniger Besuchen in einzelnen Filialen geführt: So werden die VR-Filialen Lohhof und Niederndorf zum 1. Juli 2016 und die Filialen Erlangen-Süd und Erlangen-Nürnberger Straße 64/66 zum 1. August 2016 in Selbstbedienungs-Filialen mit Geldautomat umgewandelt.

Die Servicezeiten in allen Filialen würden entsprechend der erhobenen Besucherfrequenz zum 1. August 2016 komprimiert, während in allen Beratungsfilialen sowie in den Beratungszentren die Beratungszeit „von 8 bis 8“ gelte, führte Hofmann aus: „Der Kunde bestimmt Ort und Zeit des Beratungstermins – ob in einer Filiale, bei ihm zuhause, 8 Uhr morgens oder 8 Uhr abends. Diese größtmögliche zeitliche Flexibilität sowie unsere gebündelte Finanzkompetenz zu den Themen >Liquidität, Absicherung, Vermögen, Vorsorge und Immobilien< für Privat- und Firmenkunden macht die „genossenschaftliche Beratungsqualität“ aus.“

1. Platz bei Beratungsqualität

Die Kundenzufriedenheit wurde der VR-Bank bereits viermal in Folge mit dem 1. Platz im Erlanger Kundenspiegel bestätigt, im Jahr 2015 kam eine weitere Auszeichnung hinzu: Das Wirtschaftsmagazin FOCUS-MONEY vergab erstmals das Qualitätssiegel „Beste Firmenkundenberatung, 1. Platz in Erlangen“ - mit einer Note von 1,9 bei fünf geprüften Erlanger Kreditinstituten. Und da der VR-Bank auch die umfassende Information zufriedener Kunden am Herzen läge und selten so viel für Wohneigentum sprach wie gerade jetzt, empfahl Hofmann allen Bauwilligen den VR-Bauherrenabend am 8. Juni in der Filiale Herzogenaurach.

Bilanz 2015

Als zweitgrößtes Institut innerhalb des mittelfränkischen Genossenschaftsverbandes konnte die VR-Bank im Jahr 2015 die Bilanzsumme um 7,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern und dabei einen Bilanzgewinn von  rund 2,92 Millionen Euro verbuchen.

Vorstandsmitglied Hans-Peter Lechner sieht die VR-Bank „bestens aufgestellt“ und erläuterte den Vertretern quasi als Beweis die wichtigsten Zahlen zur Bilanz: Das Kreditvolumen konnte überdurchschnittlich ausgeweitet werden und so verzeichneten die Kundenforderungen einen Zuwachs von 6,1 Prozent auf 752,1 Millionen Euro. Die Kundengelder, unter Berücksichtigung der eigenen Inhaberschuldverschreibungen, stiegen um 70 Millionen Euro auf 1,08 Milliarden Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen (Kundenanlagen plus Kredite) erhöhte sich um rund 148 Millionen Euro oder 5,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. (EN berichteten).

Die Bank verfügt über eine ordentliche Eigenkapitalausstattung. Das gezeichnete Kapital – die Geschäftsguthaben der Mitglieder – hat sich 2015 leicht um 0,1 Mio. Euro auf 17,0 Mio. Euro reduziert und entspricht der Geschäftspolitik, Eigenkapital vor allem durch das Zuführen von Gewinnen zu bilden. Die Eigenmittel der Bank betrugen zum Ende des Geschäftsjahres 106,9 Mio. Euro.

Dividende von 2,5 Prozent

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Schlee informierte über das ordnungsgemäße Prüfungsergebnis des Genossenschaftsverbands Bayern. So folgten die 160 anwesenden Vertreter mit 4 Gegenstimmen dem Vorschlag von Hans-Peter Lechner, den Jahresabschluss 2015 zu genehmigen sowie der Verwendung des Jahresüberschusses zuzustimmen. Den 35.946 Mitgliedern wird für das vergangene Jahr eine Dividende von 2,5 Prozent (rund 422.000 Euro) ausbezahlt, eine Rendite deutlich über dem Kapitalmarktniveau.

Internet-Portal „Crowdfunding“ – Novum in der Region

Getreu dem genossenschaftlichen Prinzip "Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele" fördert die VR-Bank seit jeher das individuelle und ehrenamtliche Engagement der Menschen in ihrem Geschäftsgebiet. Durch eine innovative Form der Unterstützung können gemeinnützige Vereine nun noch leichter ihre Ideen realisieren, die vorher mangels finanzieller Mittel nicht umsetzbar waren: Dafür stellt die VR-Bank als einziges Kreditinstitut in der Region ein eigenes Crowdfunding-Portal zur Verfügung, vermarktet dieses aktiv und tritt außerdem noch als Spender auf. Mit dem Sammeln von Kleinbeträgen durch viele Geldgeber (=Crowdfunding) lassen sich gemeinschaftlich  die unterschiedlichsten regionalen Initiativen finanzieren und pro Spende in Höhe von zehn Euro legt die VR-Bank den gleichen Betrag obendrauf.

Aufsichtsräte wiedergewählt

Geschlossen befürworteten die Vertreter Hofmanns Vorschlag, die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsräte – Petra Beck, Jochen Düsel, Norbert Gärtner, Rainer Haberkamm, Hans-Jürgen Leyh, Hans Wölfel - für eine weitere Amtszeit von drei Jahren wiederzuwählen. Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Lettner beschloss die Vertreterversammlung mit dem Appell: „Lassen gerade Sie als Vertreter die Nähe zu unseren Kunden nicht in den Bankräumen enden, sondern bekennen Sie sich auch in der Öffentlichkeit zu unserer genossenschaftlichen, demokratischen und wandelbaren Unternehmensphilosophie“. 

 

Text: Gabriele Stiefler