Vertreterversammlung 2017

Vorstand und Aufsichtsrat entlastet

Rückblick auf zufriedenstellendes Jahr 2016

Die Vertreterversammlung der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG entlastete einstimmig den Vorstand sowie den Aufsichtsrat und bekundete damit ihr Einverständnis mit der erfolgreichen Geschäftspolitik im Jahr 2016.

In seiner Begrüßung an die gewählten VR-Vertreter betonte Vorstandsmitglied Johannes Hofmann deren Bedeutung: Die Vertreterversammlung sei das höchste Organ einer Genossenschaft mit weitreichenden Aufgaben. Diese genehmige den Jahresabschluss, wähle den Aufsichtsrat oder entscheide über Satzungsfragen oder auch über mögliche Fusionen.

Da die Vertreter auch im Jahresverlauf stets zu aktuellen Bankthemen informiert würden, so Hofmann weiter, sei das vergangene Geschäftsjahr aus deren Perspektive sicher geprägt gewesen von den Fusionsgesprächen mit den Vereinigten Raiffeisenbanken Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg eG. Doch auch wenn sich diese Fusion nicht realisieren ließ: Fusionsgespräche mit Nachbarbanken wären grundsätzlich als zukunftsorientiertes Ausloten von Optionen zu verstehen, um vereint Ertrags- und Kostensynergien anzustreben. So hätte sich aber im Planungsprozess gezeigt, dass sich trotz eines zusammenwachsenden Geschäftsgebietes keine wesentlichen Kunden- und Mitgliedervorteile ergeben würden.

Durchdachte Zukunftsstrategie

In ihrer Zukunftsstrategie werde die VR-Bank vor allem auf ihr bestehendes herausragendes Marktumfeld, auf ihre genossenschaftliche Organisationsform mit einer leistungsstarken Finanzgruppe und auf ihre vertrauensstiftende Historie setzen. Damit ließe sich den an eine Genossenschaftsbank gerichteten Herausforderungen nach der Devise begegnen: „Wir sind da, wo Sie sind – digital und lokal“.

Diese sogenannte „Omnikanal“-Strategie (viele verschiedene Vertriebswege) realisiert die VR-Bank mit einem durchdachten Filialkonzept aus 5 Beratungszentren, 13 Beratungsfilialen, 2 Servicefilialen und 13 SB-Filialen, einem KundenServiceCenter und einer virtuellen Online-Filiale. Denn über seinen Zugangsweg zur Bank, solle der Kunde selbst entscheiden dürfen, so Hofmann, dabei spielten Einfachheit, Schnelligkeit und Komfort die übergeordneten Rollen.

Bei einer täglichen Kundenfrequenz von 3.200 Anmeldungen entwickle sich die VR-Online-Filiale zu einem technisch immer versierteren und häufiger frequentierten Instrumentarium, um Bankgeschäfte rund um die Uhr zuhause und unterwegs zu tätigen. Die innovative VR-Banking-App werde in Kürze auch über eine Sprach- und Geldsende-Funktion verfügen oder „just-in-time“-Nachrichten etwa zum Thema Baufinanzierung verschicken können. Ebenso wäre ein digitales Netzwerk für Mitglieder nicht länger nur eine Zukunftsvision.

Investition in Mitarbeiterkompetenz

Hohe staatliche Regulation und anhaltendes Nullzinsniveau – diese beiden Themen nahm VR-Vorstandsmitglied Hans-Peter Lechner zum Anlass, gleich zu Beginn seines Jahresberichtes die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank einzuschätzen: Die künstlich nach unten gedrückten Zinsen würden zwei Drittel der EU-Länder zwar vor existenziellen Problemen bewahren, setzten aber weiterhin Banken unter enormen Kostendruck, lenkten Investoren in nur vermeintlich lukrative Anlageprojekte und brächten Sparer um ihre mühsam erarbeitete Altersvorsorge.

Banken stünden aktuell vor einer epochalen Herausforderung und müssten zusammen mit ihren Mitarbeitern eine noch nie dagewesene Veränderungsbereitschaft zeigen und erhöhte Beratungskompetenz leisten. Deswegen wäre auch 2016 in die Qualifikation der Bankmitarbeiter erheblich investiert worden: Durchschnittlich wurden pro Mitarbeiter 6 Schulungstage und 1.000 Euro Weiterbildungs-investition aufgewendet, was im Vergleich über dem bayerischen Genossenschaftsbankenschnitt liegt.

Fünfmaliger Testsieger „Erlanger Kundenspiegel“ und „Private Banking“

Und diese Investition hat sich gelohnt: Die Kundenzufriedenheit wurde der VR-Bank bereits fünfmal in Folge mit dem 1. Platz im Erlanger Kundenspiegel bestätigt, im Jahr 2016 kam eine weitere Auszeichnung hinzu: Eine neutrale Studie des Internationalen Instituts für Bankentests in Zusammenarbeit mit der Zeitung „DIE WELT“ ermittelte die VR-Bank als Sieger „Beratung Private Banking“ unter fünf Erlanger Banken. Bei einem Testergebnis von 1,32 können sich vermögende Privatkunden sicher sein, den besten Finanzpartner an ihrer Seite zu haben. 

Bilanz 2016

Als zweitgrößtes Institut innerhalb des mittelfränkischen Genossenschaftsverbandes konnte die VR-Bank im Jahr 2016 die Bilanzsumme um 11,8 Prozent auf rund 1,46 Milliarden Euro steigern und dabei einen Bilanzgewinn von rund 2,06 Millionen Euro verbuchen.

Vorstandsmitglied Hans-Peter Lechner sieht die VR-Bank „zukunftsorientiert aufgestellt“ und erläuterte den Vertretern quasi als Beweis die wichtigsten Zahlen zur Bilanz: Das Kreditvolumen konnte erneut überdurchschnittlich ausgeweitet werden und so verzeichneten die Kundenforderungen einen Zuwachs von 9,1 Prozent auf 821 Millionen Euro. Die Kundengelder, unter Berücksichtigung der eigenen Inhaberschuldverschreibungen, stiegen um 70 Millionen Euro auf 1,15 Milliarden Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen (Kundenanlagen plus Kredite) erhöhte sich um knapp 186 Millionen Euro oder 6,9 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro.

Um eine höhere Rendite als am Kapitalmarkt zu erzielen, investiert die VR-Bank verstärkt in regionale Immobilien, die auch mit vertrauten Bauträgern und Unternehmen errichtet werden. Die Bank verfügt über eine ordentliche Eigenkapitalausstattung. Das gezeichnete Kapital – die Geschäftsguthaben der Mitglieder – hat sich 2016 um 382.000 Euro auf 17,4 Mio. Euro erhöht und entspricht der Geschäftspolitik, Eigenkapital vor allem durch das Zuführen von Gewinnen zu bilden. Die Eigenmittel der Bank betrugen zum Ende des Geschäftsjahres 115,6 Mio. Euro.

Dividende von 2,5 Prozent

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Schlee informierte über das ordnungsgemäße Prüfungsergebnis des Genossenschaftsverbands Bayern. So folgten die 141 anwesenden Vertreter dem Vorschlag von Hans-Peter Lechner, den Jahresabschluss 2016 zu genehmigen sowie – der Verwendung des Jahresüberschusses zuzustimmen. Den 35.913 Mitgliedern wird für das vergangene Jahr eine Dividende von 2,5 Prozent (rund 420.000 Euro) ausbezahlt, eine Rendite deutlich über dem Kapitalmarktniveau.

Aufsichtsräte wiedergewählt

Geschlossen befürworteten die Vertreter Hofmanns Vorschlag, die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsräte –  Martin Mehl, Dorothea Neubauer, Georg Regenfus - für eine weitere Amtszeit von drei Jahren wiederzuwählen. Aus Altersgründen scheiden aus: Josef Kraus, Gerhard Schlee, Gerhard Schmitt sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Lettner. Verbandsprüfer Walter Friedrich stellte die geleistete Arbeit der einzelnen Aufsichtsräte heraus und dankte den vier Ausscheidenden für insgesamt 100 Jahre genossenschaftliches Wirken. Johannes Lettner, der als Aufsichtsratsvorsitzender zum letzten Mal die Vertreterversammlung leitete, wünschte der VR-Bank weiterhin eine innovative Vorgehensweise.

Text: Gabriele Stiefler